{"id":206,"date":"2013-05-04T00:00:00","date_gmt":"2013-05-04T00:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.cahokia.de\/uncategorized\/reitausbildung-aber-bitte-kontinuierlich-und-nachhaltig\/"},"modified":"2013-05-04T00:00:00","modified_gmt":"2013-05-04T00:00:00","slug":"reitausbildung-aber-bitte-kontinuierlich-und-nachhaltig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.cahokia.de\/home\/reiners-cahokia-blog\/reitausbildung-aber-bitte-kontinuierlich-und-nachhaltig\/","title":{"rendered":"Reitausbildung &#8211; aber bitte kontinuierlich und nachhaltig"},"content":{"rendered":"<p>Ein sehr interessanter Artikel der VFD in der Rubrik &#8222;Ausbildung&#8220;: <a href=\"http:\/\/www.vfdnet.de\/index.php\/ausbildung\/621-Warum-20Ausbildung-20aktiver-20Tierschutz-20ist\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">http:\/\/www.vfdnet.de\/index.php\/ausbildung\/621-Warum-20Ausbildung-20aktiver-20Tierschutz-20ist<\/a>, regt sehr zum Nachdenken an. Was hei\u00dft es, Ausbildung des Reiters (implizit auch des Pferdes) ist ein Beitrag zum Tierschutz?<\/p>\n<p>Nachdem wir als Reiter vom Pferd Dinge verlangen, f\u00fcr die es im urs\u00e4chlichen Sinne nie geschaffen wurde, dank der k\u00f6rperlichen und mentalen Voraussetzungen aber in der Lage ist zu tun, tragen wir als Mensch die Verantwortung, dass unser Reitpartner Pferd dies als so angenehm wie m\u00f6glich empfindet.<\/p>\n<p>Dabei kommt es auf es meines Erachtens auf zwei Dinge an: Einmal ist es wichtig, bestm\u00f6gliche Kenntnisse von Anatomie und Verhalten der Pferde im Zusammenhang mit dem Reiten zu haben, zum anderen mu\u00df man diese Kenntnisse best\u00e4ndig erneuern oder erweitern.<\/p>\n<p>Soweit so gut &#8211; wo liegt nun der Hund begraben? Wer sagt einem denn, welche Kenntnisse richtig sind, wie ein Pferd tats\u00e4chlich tickt, wenn ich etwas mit ihm mache? Ein paar Gedanken aus dem praktischen Erleben:<\/p>\n<ul>\n<li>1. Gedanke &#8211; <strong>Keine Ahnung von dem, was sie tun!<\/strong><br \/>\nViele ReiterInnen und PferdebesitzerInnen sind mit einem erstaunlich gut ausgepr\u00e4gten Halbwissen ausgestattet. Es ist sehr gef\u00e4hrlich, zu glauben, etwas zu wissen &#8211; ob es nun stimmt oder nicht, spielt meist keine Rolle, Hauptsache der\/diejenige kann etwas zum Thema beitragen. Manchmal wundert man sich, woher der eine oder andere Unsinn kommt oder wie hartn\u00e4ckig sich l\u00e4ngst \u00fcberholte Meinungen halten. Beispiel: Fast alle Reitsch\u00fcler aus klassischen Reitschulen versuchen zwanghaft mit dem Becken ein Pferd vorw\u00e4rts zu schieben, es gibt immer noch den uralten Unsinn, ein Pferd startet los, wenn ich m\u00f6glichst hart mit den Hacken irgendwo in die Seite schlage, &#8211; oder noch viel schlimmer &#8211; um ein Pferd \u00fcber den R\u00fccken gehen zu lassen, m\u00fcsse unbedingt ein Ausbinder rein. Wenn man mal durch die Bilder im Web surft, ist der Anteil der Reitausbildungen mit Ausbinder erstaunlich hoch. Das kann ich auch aus der eigenen Praxis best\u00e4tigen. Mich erschreckt dabei, wie militant ein derartiges Unwissen verteidigt wird, auch wenn schon bei minimalem Aufwand an Nachdenken klar wird, da\u00df etwas nicht stimmen kann. Es kann durchaus sein, da\u00df es f\u00fcr viele mit Pferden Besch\u00e4ftigte ein viel zu komplexes Thema ist, um sich allein um alles k\u00fcmmern zu k\u00f6nnen. Sie sind einfach \u00fcberfordert und trauen sich parallel dazu trotzdem viel zu viel zu. Das Entsetzen ist dann jedesmal gro\u00df, wenn der Beweis des Unrecht-Habens erbracht wird oder trotz des vermeintlich gro\u00dfen Wissens alles schief geht oder eben alles schlechter statt besser wird. Im Ergebnis kommen dann v\u00f6llig verrittene Pferde zu uns, die mit viel M\u00fche wieder aufgep\u00e4ppelt werden m\u00fcssen.<\/li>\n<li>2. Gedanke &#8211; <strong>Wer Anderen etwas beibringen will, mu\u00df es auch k\u00f6nnen!<\/strong><br \/>\nEs gibt eine erstaunlich gro\u00dfe Zahl an Leuten, die anderen Ausbildung geben oder anderen erkl\u00e4ren wollen, wie sie mit Pferden umzugehen oder diese zu reiten haben &#8211; mit welcher Begr\u00fcndung auch immer sie sich zum Ausbilder machen. Nicht selten kommen diese auch aus der Gruppe unter Gedanke 1 .. Ich erlebe das sehr h\u00e4ufig, dass den Ausbildern jegliche Qualifikation fehlt, aber diese mitten auf dem Platz stehen und andere durch die Gegend scheuchen. Machen sich diese Menschen \u00fcberhaupt Gedanken dar\u00fcber, wie tierqu\u00e4lerisch das ist? Es ist verantwortungslos gegen\u00fcber dem Pferd, aber auch verantwortungslos gegen\u00fcber einem Reiter, der etwas lernen will und selbst aus Unkenntnis zum Tierqu\u00e4ler wird, obwohl er das aus dem Inneren seines Herzens nie werden wollte.\u00a0 Es ist immer ein sehr aufw\u00e4ndiger Prozess, einmal falsch Erlerntes zu korrigieren und eingeschliffene K\u00f6rperbewegungen zu \u00e4ndern. Die Reitsch\u00fcler erleben oft frustrierende Momente, wenn sie zum ersten Mal feststellen, da\u00df sie \u00fcber Jahre nicht Richtiges gelernt und trainiert haben und dann auch noch damit k\u00e4mpfen m\u00fcssen, diese Angewohnheiten endlich abzulegen.<\/li>\n<li>3. Gedanke &#8211; <strong>Der Ausbildungsmix am Markt dient eher dem Kommerz denn der pferdfreundlichen Ausbildung!<\/strong><br \/>\nWenn man sich den Markt betrachtet, f\u00e4llt auf, da\u00df es heutzutage neben den klassischen Reitweisen, die sich urspr\u00fcnglich aus den regionalen Reitschulen entwickelt hatten, unz\u00e4hlige Reitausbildungen gibt, die sich ein eigenes Label verordnen. Meist ist beim Erstkontakt mit einem neuen Reit- oder Ausbildungsstil gar nicht ersichtlich, worin sie sich genau von den gef\u00fchlten hundert anderen unterscheidet.<br \/>\nNun kommt nat\u00fcriich auf jeden, der sich und sein Pferd ausbilden lassen m\u00f6chte, die Qual der Wahl. Woher soll ich denn wissen, welcher Ausbildungsstil genau zu mir und meinem Pferd passt? Wie soll ich denn einsch\u00e4tzen, ob das, was der vermeintliche Guru zu mir und meinem Pferd sagt, richtig ist oder nicht? Um es vorweg zu sagen: Gar nicht! Wenn ich vor einem neuen Schritt stehe und noch nichts wei\u00df \u00fcber das, was kommt, kann ich nichts beurteilen. Meine einzige Chance besteht darin, aus den gesammelten Erfahrungen logische Schl\u00fcsse zu ziehen, ob das, was mir gesagt wird, stimmen kann oder nicht &#8211; oder ich mu\u00df es eben ausprobieren mit allen Vor- und Nachteilen.<br \/>\nAuch hier gilt: Militanz hilft nie und nimmer! Ich hatte es mal erlebt, da\u00df mir jemand an meinem Pferd unbedingt mit Pat Parelli mehr Gehorsam und Aufmerksamkeit des Pferdes beibiegen wollte &#8211; und st\u00e4ndig jubelnd erl\u00e4uterte, wie gut alles funktioniert. Mir war v\u00f6llig unklar, wie diese Einsch\u00e4tzung zustande kam, da mein Pferd immer erschrockener und vers\u00f6rter wirkte &#8211; mit dem Nachspiel f\u00fcr mich, da\u00df ich ein paar Tage zu tun hatte, die Unsitten wieder auszutreiben. Was macht dann jemand, der sein Pferd nicht kennt?<br \/>\nWir hatten mal eine Einstellerin, die permanent Lehrg\u00e4nge besuchte und Unmengen an Fachliteratur verschlang &#8211; und ihr Pferd mu\u00dfte alles ausbaden. Das Pferd war gem\u00e4\u00df seines Ausbildungsstandes mit der Menge und der verlangten Perfektion v\u00f6llig \u00fcberfordert. Die Reitbeteiligung auf dem gleichen Pferd war zwar vom theoretischen Wissen sicher nur halb so belesen und \u00fcbte nur etwa ein Drittel oder Viertel des Pensums &#8211; daf\u00fcr funktionierte alles viel besser. Der Bruch mit der Einstellerin kam dann folgerichtig, als wir auf Anfrage einsch\u00e4tzten, da\u00df die Reitbeteiligung einen wesentlich h\u00f6heren Anteil am Ausbildungsstand des Pferdes hatte als die Besitzerin selbst.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich habe die Erfahrung gemach, am besten sind immer noch die Ausbildungsstile, die sich absolut auf den klassischen Umgang mit dem Pferd besch\u00e4ftigen &#8211; mittels sanfter Einwirkung \u00fcber den Sitz ein Pferd zu reiten, mit viel Geduld ein Pferd an alle Aufgaben herainzuf\u00fchren oder perfekt mit dem Pferd zu kommunizieren. Dazu brauche ich keinen Hokuspokus, keine besonders abenteuerlichen Ausbildungsmethoden und auch keine extravaganten Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde.<\/p>\n<p>Ausbildung ist wichtig f\u00fcr jeden, der sich mit Pferden besch\u00e4ftigt. Meiner Meinung nach liegt es in der Verantwortung der Reiter und Pferdebesitzer, sich einen geeigneten Ausbilder auszusuchen, aus welcher Einsch\u00e4tzung auch immer. Die Ausbilder tragen die weitaus gr\u00f6\u00dfere Verantwortung &#8211; nur sie selbst wissen, wie ehrlich sie mit ihren Reitsch\u00fclern umgehen.<\/p>\n<p><em>RO<\/em><\/p>\n<p>PS.: Wird fortgesetzt!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein sehr interessanter Artikel der VFD in der Rubrik &#8222;Ausbildung&#8220;: http:\/\/www.vfdnet.de\/index.php\/ausbildung\/621-Warum-20Ausbildung-20aktiver-20Tierschutz-20ist, regt sehr zum Nachdenken an. Was hei\u00dft es, Ausbildung des Reiters (implizit auch des Pferdes) ist ein Beitrag zum Tierschutz? 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